10 PUNKTE PROGRAMM – Diese Maßnahmen schlägt die AMP der Regierung vor

Das 10-Punkte-Programm von AMP soll als Vorlage dienen, um die längst notwendige Energiewende in die Wege zu leiten.
Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Die Mobilitäts- und Energiewende ist für Österreichs ArbeitnehmerInnen und UnternehmerInnen Herausforderung und Chance zugleich. Im November 2017 hat die Austrian Mobile Power ein 10 Punkte Programm entwickelt, das die neue Regierung durch das Aufzeigen konkreter Maßnahmen dabei unterstützen soll, die umweltfreundliche Elektromobilität zielgerichtet zu fördern:

 

Punkt 1: Mobilitätsbeauftragter

Durch den Einsatz eines Mobilitätsbeauftragten soll zukünftig in Zusammenarbeit mit ExpertInnen unterschiedlicher Branchen das Thema Elektromobilität Ministerien-übergreifend gesteuert werden.

 

Punkt 2: F&E-Programmstärkung

Zweiter Vorschlag ist eine Programmstärkung in Forschung und Entwicklung, um die Position, die Österreich durch Innovationen, Know-How und hohe Qualitätsstandards in fossiler Antriebstechnik errungen hat, durch die Energie- und Mobilitätswende nicht zu verlieren, und zu einem E-Mobilitäts-Standort weiterzuentwickeln.

 

Punkt 3: Fachpersonal

In Forschung, Entwicklung und Produktion soll an der Aus- und Weiterbildungsstruktur gearbeitet werden, sodass der erhöhte Bedarf an qualifiziertem Fachpersonal langfristig gedeckt werden kann.

 

Punkt 4: Steueranreize

Mit der Prognose für über 30.000 neue Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von über 3 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030 trägt die Elektromobilität ein gewaltiges Potenzial für Österreichs Wirtschaft in sich. Um dieses Potenzial bestmöglich auszuschöpfen, sollen die Lohnnebenkosten für jene, die in dieser Branche beschäftigt sind, gesenkt werden.

 

Punkt 5: Gleichstellung

Als Brückentechnologie sollen Plugin-Hybride rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen gesetzlich gleichgestellt werden. Das bedeutet, dass zukünftig zumindest für eine bestimmte Zeit PHEV nicht nur bezüglich der Vorsteuer und der Sachbezugsregelung gleichbehandelt werden, sondern auch, was Sonderrechte betrifft, die das Grüne Taferl herbeiführt.

 

Punkt 6: Smarte Ladeinfrastruktur

Um neue E-Ladeinfrastrukturinvestitionen zukunftsfähig zu machen, wird ein stuerlicher Aufschub entlang definierter Qualitätskriterien vorgeschlagen. Konkret bedeutet das die Notwendigkeit einer Steuerbefreiung und attraktiver Abschreibungsmöglichkeiten. Ein daran gekoppelter Kriterienkatalog soll folgende Punkte umfassen:

  • Lastenmanagement für die Gewährleistung der Netzsicherheit
  • Kommunikationsfähigkeit für die Anbindung an zentrale Finder
  • Möglichkeit für das Adhoc-Laden von E-Fahrzeugen

 

Punkt 7: Bonussysteme

Für vielgenutzte Elektrofahrzeuge und aufgerüstete, elektrische Ladeinfrastrukturen soll mit der sogenannten Decarbonisierung der Pendlerpauschale und der Ökologisierung von Abschreibungsmöglichkeiten bei Fuhrparks und Ladeanlagen sowohl für Private als auch für Firmen ein Vorteil geschaffen werden. Außerdem ist ein Belohnunssystem einzuführen, das das Nachrüsten bestehender Ladestellen und eine Einbindung dieser Säulen in ein bundesweites Verzeichnis betrifft.

 

PUNKT 8: Preisauszeichnungsverpflichtung

Um die Kosten bei Adhoc-Ladung an öffentlichen Ladestationen transparent zu gestalten, ist eine Preisauszeichnungsverpflichtung notwendig. Bis 2020 soll Adhoc-Ladepreise auf den Navigationssystemen von Elektrofahrzeugen eingesehen werden können und damit die Reichweiten- und Kostenangst reduziert werden.

 

Punkt 9: Verordnungen und Gesetze

Zur Beseitigung von Barrieren bei der Nutzung des Ladenetzes für Elektrofahrzeuge sollen folgende Maßnahmen ergriffen werden:

  1. Vereinfachung und bundesweite Vereinheitlichung der Bauordnungen im Bezug auf die Errichtung von Ladeinfrastruktur auf Privat- und Firmengrund: Anzeige statt Genehmigung.
  2. Bedarfsgerechte Anzahl und technologische Flexibilisierung von E-Ladepunkten auf öffentlich zugänglichen Stellplätzen
  3. Vereinfachung der Vorschriften für die Errichtung von E-Ladestationen in Mehrparteienhäusern
  4. Ermöglichung öffentlichen Teilens von privater Ladestationen

 

Punkt 10: Bewusstseinsbildung

Zur Reduktion unbegründeter Ängste und Ungewissheiten in der Bevölkerung sind Informationskampagnen zu Erfahrungen, Produkten und Services, zur Elektromobilität für den Endnutzer, Kampagnen zu Berufsausbildungen in der E-Mobilitätsbranche und betreffende Weiterbildungsinformationen durchzuführen.

 

Hier kann das Positionspapier der AMP heruntergeladen werden.