Elektroauto-Neuheiten – TOGG

Hier stellen wir euch TOGG sowie den Hersteller GÜNSEL und die Rolle der türkischen Automobilindustrie vor!

Bei TOGG (türkisch: Türkiye’nin Otomobili Girişim Grubu A.Ş.) handelt es sich um einen neuen türkischen Hersteller, welcher 2018 gegründet wurde und derzeit an der Entwicklung zweier Elektroautos, einer Limousine und eines SUVs dran ist. Hierbei handelt es sich um 2 komplette Neuentwicklungen, es wird also nicht auf Baukastensysteme anderer Hersteller zurückgegriffen. Wie die beiden ersten Modelle heißen werden steht noch nicht fest, auch ein genauer Marktstart in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist noch nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass zunächst innerhalb des Heimatmarktes mit dem Vertrieb begonnen werden soll und in weiterer Folge der gesamte europäische Markt erschlossen werden soll. Wirft man einen ersten Blick auf die Webseite von TOGG, so fällt direkt auf, dass diese sehr professionell gestaltet wirkt, der erste Eindruck des Herstellers ist damit schonmal sehr positiv.  

Doch wie schaut es eigentlich mit der Technik der beiden Modelle aus? Oft haben neue Hersteller gerade hier noch Aufholbedarf zu VW, Tesla und Co. Doch wenn die Daten der Webseite stimmen, dann braucht TOGG sich absolut nicht zu verstecken. Beide Modelle sollen in 2 Akkuvarianten angeboten werden, welche entweder etwa 300km oder 500km Reichweite bieten sollen. Außerdem wird es je Akkuvariante auch noch 2 Antriebsvarianten, jeweils Heck- oder Allradantrieb geben. Die Motorleistung liegt bei den heckgetriebenen Fahrzeugen bei 200PS, bei den Allradvarianten bei 400PS. Versprochen werden Sprintwerte von 0 auf 100km/h in nur 4,8 Sekunden. Wenn der Akku mal leer ist soll er innerhalb von weniger als 30 Minuten wieder einen Ladestand von 80% erreicht haben. 

Im Interieur überwiegen Displays über Displays, 6 an der Zahl werden es. So hat der Fahrer ein Display hinter dem Lenkrad für die wichtigsten Fahrinfos, zwischen Fahrer und Beifahrer sind zwei Displays, eines für die Navigation und das Infotainment und ein weiteres für die Klimaanlagensteuerung. Der Beifahrer hat nochmals ein eigenes Display vor sich. Außerdem werden die Außenspiegel über Kameras umgesetzt, ähnlich wie im Audi e-tron quattro oder im Honda e. Die Position der Displays für die digitalen Außenspiegel wirken im TOGG gut positioniert und für den Fahrer gut einsehbar.  

Da die Plattform neu entwickelt wird und TOGG sich nur auf den Elektroautomarkt konzentrieren möchte profitieren die Nutzer der TOGG Fahrzeuge auch von gewissen elektroautospezifischen Details. So ist unter Anderem kein Mitteltunnel vorhanden, wodurch hinten sitzende Fahrgäste besonders viel Fußraum genießen. Auch Fahrer und Beifahrer sind nicht komplett durch eine Mittelkonsole getrennt, sondern haben im Fußraum ähnlich wie im IONIQ 5 oder im BMW i3 eine durchgehende Fläche.  

Ein weiteres Thema, welches bei in Mitteleuropa neuen Marken oft kritisiert wird ist die Sicherheit im Falle eines Unfalls. Für beide Modelle von TOGG wird jedoch geworben, dass diese 5 Sterne nach den Sicherheitsnormen von 2022 des NCAP-Crashtest erreichen werden und damit dem ID.4 und weiteren mitteleuropäischen Fahrzeugen in nichts nachstehen werden.  

TOGG wirkt als Gesamtpaket also echt nicht schlecht, nicht umsonst wirbt der neue Hersteller auf seiner Webseite damit, dass seine Modelle neben dem eigenen Zuhause und dem Arbeitsplatz zu einem dritten Wohnraum werden. 

Doch welche Rolle spielt die türkische Automobilindustrie überhaupt bereits?

TOGG ist zwar der erste Hersteller von Elektroautos am türkischen Festland. Jedoch wurde auf dem türkischen Teil der Insel Zypern bereits ein eigener Hersteller mit dem Namen GÜNSEL gegründet.

GÜNSEL hat sein erstes Modell, den B9, am 20. Februar 2020 der Öffentlichkeit vorgestellt. Es handelt sich um ein Elektroauto aus dem türkischen Teil von Zypern. In die Entwicklung wurden bereits über 10 Jahre hineingesteckt, derzeit arbeiten über 100 Ingenieure an dem Projekt. Noch in diesem Jahr sollen auf Zypern die ersten 2.000 Exemplare gebaut werden, 2025 möchte man bereits bei 20.000 Fahrzeugen pro Jahr liegen. Der Günsel B9 soll auch leistungstechnisch überzeugen. 160 PS sorgen für ausreichend Vortrieb und einen 0 auf 100 Sprint in nur 8 Sekunden. Die Reichweite wird mit etwa 350km angegeben. Interessant ist das Versprechen, dass nach 300.000km Fahrleistung noch über 90% SOH vorhanden sein sollen. Die meisten anderen Hersteller geben Garantien nur für etwa 150.000-200.000km und sprechen dann oft von mindestens 80% verbleibenden SOH, wobei solche Garantieangaben freilich nicht bedeuten, dass der Akku nach dieser Zeit jedenfalls defekt sein wird. 

Wir sind auf jeden Fall auch auf dieses Modell sehr gespannt und freuen uns auf dessen Markeinführung! 

Schauen wir nochmal etwas genauer auf die Rolle des türkischen Automobilmarktes allgemein: 

Begibt man sich auf die Recherche, so liest man immer wieder von bekannten Marken wie Toyota, Fiat, Ford oder auch Honda. Diese Hersteller sind zwar nicht in der Türkei gegründet worden, jedoch befinden sich einige wichtige Produktionsstätten dieser internationalen Hersteller in der Türkei. Besonders gelobt werden die Produktivität, Genauigkeit und die generell sehr hohe Zuverlässigkeit der türkischen Unternehmen. So gibt es weltweit kaum Autos, welche nicht über in der Türkei produzierte Teile verfügen.  

Eine extrem große Rolle spielt in der Türkei der Sektor der LKWs und Autobusse, wobei hier ebenfalls große namhafte Hersteller wie MAN oder Mercedes-Benz vor Ort produzieren lassen. Bei der Bus-Produktion zählt die Türkei sogar zur Weltspitze und produziert unter Anderem für MAN die Modelle Lions Coach und Lions City, wobei letzterer auch in einer Elektrovariante bestellbar ist.  

Doch auch die Türkei möchte beim Automobil in Zukunft noch up to date sein, weswegen nun ein großes Hauptaugenmerk auf die Elektromobilität gelegt wird. Die Türkei möchte damit auch ihre Vorreiterrolle bei der Elektromobilität unterstreichen und maßgeblich teilhaben am Wechsel zu umweltfreundlichen Antriebsformen.  

Was bedeutet diese Fokussierung der Türkei auf die Elektromobilität nun für Hersteller wie VW, BMW oder auch Hyundai? 

Was die Versorgung mit Zuliefererteilen angeht dürfte die Türkei auch weiterhin ihren Stellenwert als führender Anbieter ausbauen. Speziell im Elektromobilitätsbereich könnte die Türkei mit einem Know How glänzen, welches über jenem einiger anderer Produzenten liegen wird. In Zukunft könnten somit einige weitere Hersteller bei der Entwicklung ihrer Elektroautos auf die türkische Expertise zurückgreifen.  

Und welche Rolle werden die Modelle von neuen Herstellern wie TOGG spielen? 

Die Daten sind vielversprechend, wenn also die technischen Daten gehalten werden können und die Preise stimmen dann kann das TOGG SUV durchaus eine ernstzunehmende Konkurrenz zum ID.4 oder Enyaq werden. Unserer Meinung nach wird vieles an der richtigen Vermarktung hängen, da Hersteller wie VW oder Skoda bereits in Mitteleuropa sehr bekannt sind und dadurch quasi nur noch mit dem Produkt an sich begeistern müssen. Bei neuen und noch eher unbekannteren Herstellern ist die Skepsis noch eher etwas größer.

Wir würden uns jedenfalls freuen, wenn Hersteller wie TOGG es schaffen, auf dem weltweiten Automobilmarkt Fuß zu fassen und die Elektromobilität weiter pushen. 

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