NISSAN LEAF: MIT DEM ELEKTROAUTO IN DIE BERGE

Dank eines immer besseren Ladenetzes und höherer Akku-Kapazitäten sind auch Urlaubsfahrten und Ausflüge in die österreichischen Berge mit rein elektrischen Autos mittlerweile kein Problem mehr. Ein paar Vorkehrungen sollte man allerdings treffen. Martin Mühl von Biorama hat unseren neuen Nissan Leaf getestet und berichtet über seine Erfahrungen mit dem Elektroautos in Österreichs Bergen.

Immer mehr Menschen steigen im Alltag auf Elektroautos um – denn gerade die täglichen Fahrten lassen sich damit in jeder Hinsicht inzwischen problemlos gestalten. Laut verschiedenen Statistiken, wie jenen des VCÖ, sind über 90 Prozent aller Autofahrten unter 50 Kilometer lang und können damit auch mit Elektroautos älterer Generation (mit noch kleineren als den derzeitigen Akkukapazitätenen) damit problemlos rein elektrisch erledigt werden, wenn etwa daheim in der Garage oder am Arbeitsplatz geladen werden kann.

Ladung beim Nissan Leaf
© Martin Mühl | Biorama

Autobahn und Steigungen kosten Energie

Urlaubsfahrten sind da noch etwas anderes – und machen Planung durchaus nötig. Auf Autobahnen sinkt die Batterieladung auch bei nicht allzu flotter Fahrweise recht schnell, und selbst mit aktuellen Modellen wie dem Nissan Leaf liegt die Reichweite dann zwischen 170 und 200 Kilometern. Pausen von 20 bis 30 Minuten, die mit einer Jause oder einem Kaffee verbracht werden können, sind grundsätzlich zwar angenehm, können sich auf Fahrten in die Ferien aber häufen und die gesamte Fahrtdauer, zusammen mit der niederigeren Geschwindigkeit, um bis zu ein Drittel verlängern. Generell empfiehlt es sich, hier die eigene Fahrweise und das Fahrzeug ein wenig kennen zu lernen, um alle Eventualitäten richtig abschätzen zu können. Auf einer Fahrt von Wien nach Salzburg kann in der Fahrweise der Unterschied liegen, ob ein oder zwei Ladestops eingelegt werden müssen. Und: Jedes km/h und jede Steigung zählen. Schon die Wahl zwischen durchschnittlich 90 und 105 km/h sorgen für eine nennenswerte Differenz bei der Reichweite.

Geladen wird – außer von Tesla-Fahrern mit eigenem Ladenetz – oft an den gut verteilten Smatrics-Ladestationen. Über deren App kann eingesehen werden, welche Stationen über die wichtige Schnelllademöglichkeit mit derzeit 50KW verfügen. In vielen Gegenden Österreichs sind diese häufig, gerade im Ennstal rund um Schladming oder auch den Dachstein jedoch selten. Wenige Kilometer vor Schladming gibt es in Haus eine Schnellladestation. Kommt man von Wien über die S6, ist die nächste Station davor aber in Bruck an der Mur und damit rund 150 Kilometer entfernt.

Nissan Leaf 2018 - Bericht von Martin Mühl
© Martin Mühl | Biorama

Bekanntermaßen braucht gerade das Bergauffahren viel Energie. Hier kann es tatsächlich sein, dass wenige Kilometer von der Hauptstraße hinauf in die kleineren Orte nahe der Berge auf wenigen Serpentinen schnell mal bis zu 10 Prozent der Ladung aufbrauchen. Einen Teil davon gewinnt man bei der nächsten Bergabfahrt zwar wieder zurück, wer sicher sein will, dass er noch genügend Reserven hat, sollte aber vor der Bergauffahrt noch einmal laden.

Gemeinschaft

Elektroautos erregen nicht nur auf Parkplätzen vor Raststationen Aufsehen und werden mitunter als Gesprächseinladung verstanden, sondern sind auch vor den Hotels und Pensionen gerne gesehen. Gut möglich, dass sich hier im Austausch Lademöglichkeiten auftun, mitunter kann dies auch vor der Anreise beim Buchen schon besprochen werden. Allgemeine Übersichtskarten über öffentliche (Schnell-)Lademöglichkeiten sind leider noch verbesserungswürdig, immerhin kommt es so aber zu positiven Überraschungen. In der Steiermark bietet etwa die Steiermark Energie doch regelmäßig – und teilweise sogar kostenlos – Lademöglichkeiten an touristischen Hot-Spots wie Tourismusinformationen oder auch in Parkhäusern (wie neben der Planai). Es lohnt sich auf alle Fälle, die Augen offen zu halten und mit regionalen Sachkundigen den Austausch zu suchen.

 

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