Paul Belcl testet Hyundai Kona

DER HYUNDAI KONA IM LANGSTRECKENTEST – PAUL BELCL BERICHTET

Der Hyundai KONA EV hat mich auf der Landstraße so fasziniert, dass ich ihn mir nochmal für einen Test auf der Langstrecke ausgeborgt habe. Das Ziel ist, von Wien über Mondsee und München nach Scheyern in Deutschland zu einem Seminar und wieder zurück zu fahren.
Meine Testvorgabe ist, mit dem Auto ohne “Stromsparmaßnahmen”, wie mit einem Verbrenner unterwegs zu sein. Ich bevorzuge eine sportliche Fahrweise unter Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeit. Also einen realistischen Fahrbetrieb, wie ich es auch mit meinem Skoda Fabia machen würde. Selbst mit dieser Fahrweise sollte es im Hyundai KONA möglich sein, die ca. 530 km mit nur einem Ladestopp zu meistern. Wir werden sehen…

Ich starte mit dem zu 90% geladenen Auto in Wien über die A21 und A1 Richtung Mondsee. Ich fahre die meiste Zeit, die erlaubte Höchstgeschwindigkeit (130/140kmH + Messtoleranz) auf der Autobahn. Das Ziel ist der ca. 300km entfernte IONITY Schnellader in Mondsee, der seit kurzer Zeit in Betrieb ist. Diese Strecke schafft der KONA ohne Probleme. Ich komme mit 7% Soc beim IONITY Lader in Mondsee an, dabei bin ich nicht mal ganz vollgeladen losgefahren. Das ist eine Ansage!

HYUNDAI Kona - Ladevorgang

IONITY ermöglicht durch Abscannen eines QR-Code die direkte Bezahlung übers Internet.

Laden beim Ultraschnelllader von IONITY – Raststation Mondsee

Der Ladevorgang an der IONITY Säule kann durch Abscannen eines QR-Code direkt übers Internet mit Kreditkarte bezahlt werden. Ich habe zufällig die mobility+ App auf meinem Handy, daher wird mir auch diese zum Bezahlen angeboten. Ich möchte allerdings keine Kreditkarten Daten an der Ladesäule angeben, und habe daher vor einigen Tagen mit dem IONITY Servicedesk telefoniert. Dort wurde mir eine Freischaltung über meine TANKE Karte von Wienstrom als Bezahlmöglichkeit zugesichert.
Die Freischaltung über meine “TANKE” Karte funktioniert leider nicht. Bei einem Telefonat mit IONITY kommt heraus, dass die Freischaltung mit der TANKE Karte offensichtlich in der Praxis doch noch nicht klappt. Eine Lösung für dieses “Problem” ist bei IONITY kurzfristig nicht möglich, daher wird mir die Ladesäule zum einmaligen Laden aus der Ferne freigeschaltet. Danke IONITY.

Ladeweile in Mondsee

Die Raststation mit dem wunderschönen Ausblick auf den Mondsee lädt zum Mittagessen ein. Das Essen ist lecker, die Preise sind gehoben, aber für eine Autobahnraststätte angemessen. Hier kann man es ohne Probleme auch etwas länger als 30 Min aushalten.

Nach ca. 75 Minuten ist mein Auto wieder auf 95% geladen und ich habe ca. 62 kWh Energie bekommen. Angeblich kann IONITY bis zu 350 kW liefern und das Fahrzeug sollte mit 70 kW Leistung laden. In der Praxis klappt das zwar, aber nur bis ca. 70% Soc. Danach fällt die Ladeleistung des KONA stetig ab, wie man auf der Ladekurve sehen kann, ich in einem Internet Forum gefunden habe. Das muss bei der Planung der Ladezeit berücksichtigt werden, da sich diese dadurch ab einem Soc von 70% merklich verlängert!
Die Ladung am IONITY Schnellader kostet € 8,- pro Ladevorgang. In meinem Fall hätte die Kilowattstunde damit ungefähr € 0,13 gekostet, das ist fair! Hätte ich ein Fahrzeug mit 30 kWh Akku vollgeladen, wären es ca. € 0,26 / kWh gewesen. Immer noch OK für eine Schnellladung! Hier ist ein Fahrzeug mit großem Akku, wie der KONA, und ausreichend Zeit, ein wesentlicher Vorteil.

Laden in München

Leider ist mein Ladechip von Maingau, den ich schon 3 Wochen vor der Tour bestellt habe, nicht angekommen. Daher bin ich nun etwas weniger flexibel beim Auswählen der Ladestationen, wie geplant. Da ich zur Sicherheit auch eine Smatrics Karte dabei habe, muss ich mir allerdings keine Sorgen machen. Ich finde in der Nähe unseres Hotels “Villa am Schlosspark” einen städtischen 11 kW Lader der sich mit meiner BEÖ Karte aktivieren lässt. Hier darf ich maximal 4 Stunden stehen und bekomme somit ca. 15 kWh am Typ2 Anschluss geladen. Da noch ca. 50% im Akku sind, reicht das locker bis zu meiner nächsten Station die nur ca. 75 km weit entfernt ist.

Ladepause in München

HYUNDAI KONA – Laden in München

Deutsche Autobahn

Damit so ein Test auch wirklich Spaß macht, muss natürlich auch ein Stück ohne Geschwindigkeitsbeschränkung auf der deutschen Autobahn dabei sein. Dort war man bisher mit einem Elektroauto eher auf der ersten Spur unterwegs. Nicht mit dem Hyundai KONA! Die 204 PS liegen mit 395 Nm Drehmoment nahezu immer an. Dadurch beschleunigt das Auto selbst von 100 km/h bis zur Topspeed von 178 km/h nahezu verzögerunsfrei.
Da ich von München zu meinem Ziel nur ca. 70km fahren muss, kann ich den 204 Pferden bedenkenlos etwas Auslauf gönnen. Natürlich nur da, wo es erlaubt ist.

Das Bild, ein Elektroauto im Rückspiegel herannahen zu sehen, haben einige BMW und AUDI Fahrer sicher in dieser Art noch nicht oft erlebt. Es macht also viel Spaß mit einem Elektroauto auf dem nicht „Tesla“ steht, auf der Überholspur unterwegs zu sein!

Hyundai Kona im Test

Der Hyundai Kona beschleunigt von 100 km/h bis zur Topspeed von 178 km/h nahezu verzögerunsfrei

Laden im Gasthof

Auch im Gasthof in der Nähe meines Seminarraumes in Scheyern, kann ich aufladen. Leider nur mit 2kW. Damit bekommt man das Auto zwar über Nacht nicht vollgetankt, die Ladung reicht aber für die erste Etappe meiner Rückreise bis nach Braunau, wo wieder ein Smatrics Schelllader steht.

Paul Belcl - Hyundai Kona - Testbericht

HYUNDAI KONA – Laden über Nacht

Rückfahrt

Die erste Station auf der Rückfahrt ist Braunau. Dort lade ich nur ca. 35 Min bis 75%, während wir einen kurzen Snack beim Schachtelwirt einnehmen. Es macht mehr Sinn, in Ansfelden nochmal bei Smatrics stehenzubleiben, als hier zu warten bis das Auto zu 100% vollgeladen ist! (siehe Ladekurve oben) Daher stoppen wir in Ansfelden, trinken noch einen Kaffee in der Rastation und vertreten uns etwas die Füße.
Ich verlasse den Schnelllader mit Soc von 60% etwas voreilig, weil die Raststätte nicht unbedingt die perfekte Ladeweile vermittelt. Ich hätte besser noch etwas mehr laden sollen. Diese Situation gibt mir allerdings auf dem Heimweg ab dem Autobahnknoten Steinhäusel die Möglichkeit einen wichtigen Test zu machen. Nämlich herauszufinden bei welcher Geschwindigkeit die Restreichweite und die Entfernung zum Ziel möglichst GLEICH herunterzählen. Im KONA sind das ca. 112 km/h mit dem adaptiven Tempomaten. So kommen wir am späten Abend mit 8% Soc in der heimischen Garage an und ich bin froh, dass ich dort genug Leistung habe, um das Auto wieder voll aufzuladen.

Verbrauch

Da ich weiß, dass es für Elektromobilisten wichtig ist, hier meine Verbrauchsdaten auf der Autobahn. Ich bin meistens so schnell gefahren wie es erlaubt war. Der KONA schafft eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 178 km/h, die man auf kurzen Abschnitten der deutschen Autobahn durchaus sicher fahren kann. Ich habe auf beiden Langstrecken knapp über 20 kWh auf 100 km verbraucht. Ich hatte während der ganzen Fahrt die Klimaautomatik und die Hifi Anlage, sowie den “SPORT” Modus im KONA aktiviert. Auf der österreichischen Autobahn habe ich fast ausschließlich den adaptiven Tempomaten des KONA verwendet. In Deutschland bin ich auf vielen Strecken selbst gefahren. In der Stadt gelang es mir bei vorausschauender Fahrweise durch die hervorragende Rekuperation des ECO Modus und dem sparsamen Motor den KONA durchaus auch mal mit 14 kWh Verbrauch zu bewegen.

Paul Belcl testet den Hyundai Kona

HYUNDAI KONA

Fazit

Auch bei meiner weniger sparsamen Fahrweise hat mich das Auto auf der Strecke von mehr als 1000 km überzeugt. Meine persönliche Einstellung auf Langstreckenfahrten bringt mich auch mit einem Verbrenner nach spätestens 300 km dazu eine Pause zu machen, dabei kann ein Elektroauto an einem passenden Schnelllader durchaus wieder Fit für die nächsten 300km werden. Die Besonderheit der Schnelladefähigkeit des KONA setzt allerdings voraus, dass man die Streckenplanung etwas weniger intuitiv gestalten sollte, als ich es gemacht habe. Mein Praxistest hat aber trotzdem funktioniert, somit kann ich eines definitiv sagen: Der Hyundai KONA ist absolut langstreckentauglich, auch wenn man KEIN Elektroautoprofi mit Langstreckenerfahrung ist, wie ich!

Danke an INSTADRIVE für das Top ausgestattete Testfahrzeug und das Vertrauen, mich mit diesem tollen Auto so lange alleine zu lassen 😉

 

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