Der große Vergleich der verschiedenen Ladetarife

Die Elektromobilität ist in aller Munde, die Neuzulassungszahlen der reinelektrischen Autos steigen stark an. Wo die Nachfrage an den Fahrzeugen wächst…

Die Elektromobilität ist in aller Munde, die Neuzulassungszahlen der reinelektrischen Autos steigen stark an. Wo die Nachfrage an den Fahrzeugen wächst, wird auch die Frage immer relevanter, welcher der zahlreichen Ladetarife der Richtige ist. Im Idealfall soll er günstig sein und möglichst alle verfügbaren öffentlichen Ladestationen abdecken. 

 

Wir haben uns für euch auch im August 2021 auf die Suche begeben und das stetig wachsende Angebot an verschiedensten Tarifen verglichen. Als kleines Special zeigen wir euch am Ende dieses Berichtes, wie ihr ganz einfach für jede öffentliche Ladestation den günstigsten Anbieter findet. 

 

Die Anbieter

Wir haben uns für euch folgende Anbieter mit unterschiedlichen Tarifmodellen näher angesehen:

Plugsurfing

EnBW

Maingau

Naturstrom

IONITY

Newmotion

Eon

Fastned

EWE Go

ADAC-eCharge

elvah

EWR: AutostromFlat

Plugsurfing

Plugsurfing tritt nicht als Betreiber eigener Ladeinfrastruktur auf. Vielmehr wird eine sehr benutzerfreundliche App geboten, mit der sich Ladestationen von mit Plugsurfing kooperierenden Partnern freischalten lassen. Mit der App oder dem Ladechip von Plugsurfing kann der Kunde dabei aktuell auf mehr als 200.000 Ladepunkte in der ganzen Europäischen Union zurückgreifen. Eine Grundgebühr ist nie zu entrichten, jedoch sind die tatsächlichen Ladepreise nicht einheitlich gestaltet. Das stellt jedoch, jedenfalls bei Verwendung der App, kein großes Problem dar, da die Ladekosten in der App transparent für jede Ladestation dargestellt werden. In Deutschland bietet Plugsurfing mittlerweile Fixpreise mit einer Abrechnung nach geladener Energiemenge an. So zahlst du mit dem Anbieter in Deutschland 0,49€/kWh bei AC-Stationen, 0,69€/kWh an DC-Stationen und 1,09€/kWh bei IONITY-Stationen. Plugsurfing ist somit für viele Anwendungsfälle genau das, was Kunden haben möchten. Einen Tarif, der alle Stationen abdeckt und somit kein Ladekartenchaos im Geldbörserl verursacht.

EnBW

Die EnBW hat für jeden Anwendungsfall den richtigen Tarif. Für Wenig- oder Gelegenheitslader reicht in der Regel der Tarif ohne Grundgebühr. Die Ladekosten betragen dann einheitlich 0,45€/kWh an AC-Ladestationen und 0,55€/kWh an DC-Ladestationen. Wer häufiger öffentlich lädt, der kann zum EnBW Viellader-Tarif greifen. Die Grundgebühr liegt dann bei 5,99€ pro Monat und der tatsächliche Ladepreis liegt bei 0,36€/kWh an EnBW-AC-Ladestationen und 0,46€/kWh an EnBW-DC-Ladestationen. Bei Partnerstationen werden 0,39€ beim AC-Laden und 0,49€ beim DC-Laden verrechnet, jeweils pro kWh. Die EnBW ist insbesondere für die österreichischen Elektroautofahrer interessant, da der Tarif auch in Österreich eine Vielzahl an Stationen freischalten kann. Die meisten österreichischen Tarife basieren auf einer minutenabhängigen Abrechnung. Gerade beim einphasigen Wechselstromladen kann es mit einem zeitbasierten Tarif schnell sehr teuer werden, weswegen die EnBW besonders in diesem Bereich eine sehr gute und faire Alternative darstellt. In der gesamten europäischen Union bietet die EnBW 200.000 zugängliche Ladepunkte.

Maingau

Wer bereits den Energiekundentarif bei Maingau hat, der lädt sein Elektroauto mit dem Maingau Autostromtarif an 170.000 Ladepunkten richtig günstig. Der Vorteil ist, dass es keine monatliche Grundgebühr gibt und die Ladekosten an allen Stationen identisch bei 0,30€/kWh an AC-Stationen und 0,40€/kWh an DC-Stationen liegt. Wer noch kein Energiekunde ist, der bezahlt innerhalb Deutschlands 0,44€/kWh beim AC-Laden und 0,54€/kWh beim DC-Laden. Bei Ladevorgängen außerhalb Deutschlands muss der Nutzer nur darauf achten, dass es unterschiedliche Roaming-Zuschläge gibt, welche teils recht hoch ausfallen können. Wer somit außerhalb Deutschlands laden möchte, der sollte sicherheitshalber nochmal nachrechnen, ob der Maingau-Tarif wirklich der Günstigste ist. Als einer der ersten Anbieter hat Maingau sogenannte Blockiergebühren eingeführt, um zu verhindern, dass Ladepunkte über die eigentliche Ladedauer hinaus zugeparkt werden und für andere Nutzer unzugänglich sind. Die Blockiergebühr tritt ab einer Ladezeit von 240 Minuten (beim AC-Laden) bzw. 60 Minuten (beim DC-Laden) in Kraft.

Naturstrom

Naturstrom hat mit seinem Abrechnungsmodell einen etwas anderen Zugang als die bisher genannten Tarife. Es gibt keine monatliche Grundgebühr. Die Ladekosten selbst werden pro Ladevorgang abgerechnet und liegen bei 14,26€ pro Schnellladung. Diese Herangehensweise birgt neben diversen Vorteilen auch den einen oder anderen Nachteil. Grundsätzlich profitiert der Kunde davon, dass er immer genau weiß, wie viel er für den Ladevorgang zahlen muss. Da pro Ladevorgang abgerechnet wird, zahlt ein Fahrer eines Hyundai Ioniq mit 28,5kWh Kapazität genau gleich viel wie der Fahrer eines Tesla Model Y mit einer Akkukapazität von 75kWh. Elektromobilisten mit großen Akkus zahlen damit pro kWh weniger als Fahrer von Elektroautos mit kleineren Energiespeichern. Bei einem Ladeabbruch hat der Kunde den Nachteil, dass er doppelt zahlt, da bei einem Neustart ein zweiter Ladevorgang beginnt. Generell ist zu dem Tarif von Naturstrom zu sagen, dass er besonders bei sehr großen Energiemengen sehr spannend ist und dort auch bei einem Ladeabbruch keine extremen Kosten verursacht. Selbst bei einer doppelten Abrechnung von 14,26€ zahlt der Kunde bei der Akkukapazität eines Tesla Model Y nur 0,38€/kWh, was sehr fair ist. Mit dem Tarif lassen sich über 150.000 Ladepunkte in der gesamten EU freischalten.

IONITY

IONITY ist ein Konsortium einiger Automobilkonzerne, darunter BMW, Daimler, Volkswagen, Ford und seit September 2019 auch Hyundai, welche es sich zum Ziel gesetzt haben, in Europa eine zuverlässige und umfangreiche Ultraschnellladeinfrastruktur aufzubauen. Hierzu werden in ganz Europa 400 Ladeparks mit durchschnittlich 6 Ladepunkten entlang der Transitrouten errichtet. Jeder Ladepunkt kann bis zu 350kW an Leistung abgeben und damit über 100km Reichweite in nur 5 Minuten nachladen. Abgerechnet wird bei IONITY über eine eigene App, welche ebenfalls sehr simpel und zuverlässig ist. Fahrzeuge der Mitgliedsmarken laden durchschnittlich um etwa 0,30€/kWh und liegen damit preislich in einem sehr interessanten Bereich. So kostet eine Vollladung eines Audi e-tron 50 quattro nur 22€, was für die sehr große Akkukapazität von 71kWh nicht schlecht ist. Somit ist IONITY besonders dann spannend, wenn Kunden Fahrzeuge wie den VW ID.3, BMW i3, Mercedes EQC oder den Audi e-tron fahren. Für alle Fahrzeuge, die nicht den Mitgliedsmarken angehören, zahlen Kunden 0,79€/kWh, wodurch die Ladekosten schnell stark ansteigen können. Die Gesamtkosten für die Vollladung eines Tesla Model 3 LR (75kWh) betragen dann 59,25€, was erstmal sehr hoch wirkt. Allerdings muss der Betreiber, um wirtschaftlich agieren zu können, die Errichtungskosten wieder hereinbekommen. Bei solch hohen Ladeleistungen kostet eine Ladestation um die 100.000€ im Bau. Da sehr weite Fahrstrecken meistens nur etwa zwei- bis dreimal pro Jahr stattfinden, sollten die Kosten bei IONITY relativ auf die Gesamtladevorgänge eines ganzes Jahres betrachtet werden. Wenn die Ladekosten zwei- bis dreimal jährlich höher ausfallen, wirkt sich das auf die Jahreskosten kaum aus und die Nutzung der IONITY-Stationen bei Langstreckenfahrten kann sehr gut empfohlen werden.

Newmotion

Newmotion ist ein Ladetarifangebot der Shell-Gruppe und daher auch unter dem Namen Shell-Recharge bekannt. Der Anbieter stellt Nutzern eine App sowie eine Ladekarte zur Verfügung, mit denen insgesamt 200.000 Ladepunkte in ganz Europa freigeschalten werden können. Der Tarif ist ohne Grundgebühr zu verwenden, die tatsächlichen Ladekosten variieren jedoch und unterscheiden sich teilweise sogar in der Abrechnungsmethode. Über die App ist es zwar kein Problem, die Kosten an einer bestimmten Station herauszufinden. Allerdings haben Personen, die nur die Ladekarte nutzen, den Nachteil, dass sie die Ladekosten nicht einsehen können. Newmotion bietet bei vielen Ladestationen sehr attraktive Ladekosten an. Wer also mit etwas Recherche in der Newmotion-App kein Problem hat, der kann mit diesem Anbieter durchaus zu sehr günstigen Preisen sein Elektroauto aufladen.

Eon

Eon ist ein deutscher Energieanbieter, der unter dem Namen Eon-Drive auch einen Ladetarif für Elektroautos zur Verfügung stellt. Mit der App oder der Ladekarte können in ganz Deutschland über 31.000 Ladepunkte freigeschalten werden. Mit einer Grundgebühr von 4,95€ pro Monat eignet sich der Tarif nicht für Weniglader. Die Abrechnung der Ladevorgänge erfolgt meist nach geladenen kWh, jedoch manchmal auch als Pauschalpreis oder per Abrechnung nach Minuten. Wie bei Newmotion ist somit jedenfalls die App erforderlich, um eine Vorabübersicht der Ladekosten zu erhalten. Wie bei Newmotion können Gelegenheits- und Viellader auch mit dem Eon-Tarif bei etwas Recherche und Vergleichsarbeit richtig günstig ihr Elektroauto aufladen.

Fastned

Fastned ist ein niederländischer Anbieter von Ladeinfrastruktur, welcher auch in Deutschland mit 130 Schnellladepunkten vertreten ist. Über die eigene App lassen sich die Stationen schnell und unkompliziert lokalisieren und Ladevorgänge starten. Um sowohl für Weniglader, aber auch für Gelegenheits- und Viellader gute Konditionen anzubieten kann der Kunde zwischen zwei verschiedenen Tarifen wählen. Für Weniglader eignet sich der Tarif ohne Grundgebühr, bei dem die Ladekosten an allen Stationen bei 0,59€/kWh liegen. Für Gelegenheits- und Viellader eignet sich meist eher der Tarif mit einer Grundgebühr von 11,99€ pro Monat und tatsächlichen Ladekosten von 0,35€/kWh.

EWE Go

Mit EWE Go wird nun auch in Deutschland ein Ladetarif geboten, welcher vor allem für Laternenparker interessant ist, welche auch mal über Nacht ihr Elektroauto aufladen wollen. Mit der Ladekarte von EWE Go lassen sich in Deutschland ganze 40.000 Ladepunkte freischalten und insgesamt über 115.000 Ladepunkte in ganz Europa. Die Kosten werden fair über eine kWh-basierte Abrechnung verbucht und sind preislich mit 0,39€/kWh bei AC-Ladungen und 0,49€/kWh bei DC-Ladungen zwar ein wenig höher als bei so mancher Konkurrenz, allerdings bietet EWE Go einen entscheidenden Vorteil. So gibt es hier aktuell keine Blockiergebühren, was natürlich nicht bedeuten soll, dass du die Ladestation länger als notwendig blockieren sollst. Allerdings ist es vor allem für Laternenparker, welche auch mal über die Nacht ihr Elektroauto laden wollen immer ein großes Ärgernis, wenn nach einigen Stunden eine zusätzliche Minutengebühr hinzugerechnet wird. Hier schafft EWE Go nun Abhilfe mit seinem Tarifmodell. 

ADAC-eCharge

Den ADAC e-Charge Ladetarif können alle Elektromobilisten nutzen welche Mitglied beim Automobilclub sindDer ADAC hat jedoch nicht sein eigenes Tarifmodell, sondern arbeitet mit der EnBW zusammen. Die Netzabdeckung ist somit ebenso umfangreich wie bei der EnBW und die Ladekosten ebenso attraktiv. Als besonderen Vorteil kommen ADAC Mitglieder allerdings in den Genuss der günstigeren Ladepreise von nur 0,29€/kWh bei AC-Ladepunkten und 0,39€/kWh bei DC-Ladepunkten, welche bei der EnBW nur in Verbindung mit der Grundgebühr möglich sind. Diese Grundgebühr ersparen sich ADAC Mitglieder und profitieren dennoch von allen Vorteilen des Anbieters EnBW. 

elvah

Bei elvah handelt es sich um einen neuen Flatrate-Tarif, das bedeutet, der Kunde zahlt monatlich einen Fixbetrag und kann dann an einer Vielzahl an Ladepunkten sein Elektroauto aufladen, so oft man möchte. Mit elvah kannst du insgesamt 150.000 Ladepunkte in über 30 Ländern nutzen. Die Kosten der Flatrate richten sich nach der Fahrzeugkategorie, wobei es derzeit bei 89€ pro Monat losgeht (Fahrzeuge wie der VW e-Up, Hyundai Ioniq,…) und die Maximalkosten bei 199€ pro Monat liegen (Fahrzeuge wie der Porsche Taycan, Tesla Model X,…). Ganz ohne Begrenzung funktioniert jedoch auch dieser Tarif nicht, wobei diese sehr hoch angesetzt sind. Beim günstigsten Modell um 89€ pro Monat sind 500kWh Strom pro Monat inkludiert. Wer diese Menge also komplett auskostet, der lädt um nur etwa 0,18€/kWh, was sehr günstig ist. Beim kostenintensivsten Tarifmodell um 199€ pro Monat sind 1000kWh Strom inkludiert, somit lädt man im besten Fall um nur 0,20€/kWh, was ebenfalls deutlich unter den Kosten der meisten Konkurrenten liegt. Für viele Anwendungsfälle könnte somit der Flatrate-Tarif von elvah durchaus eine spannende Alternative zu den steigenden Preisen der kWh-Tarife sein. 

EWR: AutostromFlat

Die EWR: AutostromFlat ist ebenfalls ein Flatrate-Tarif, welcher insbesondere mit dem Ladeinfrastrukturanbieter Innogy zusammenarbeitet. Mit dem Tarif sind somit rund 4.900 Ladepunkte in Deutschland freischaltbar. Preislich ist die Flatrate ebenfalls in einem guten Bereich mit dabei. So zahlt der Kunde pro Monat einen Fixbetrag von 25€, somit 300€ im Jahr. Darin enthalten sind die ersten 1.000kWh Strom, im besten Fall lädt der Kunde somit um 0,30€/kWh, ein durchaus akzeptabler Preis. Wird das Kontingent von 1.000kWh überschritten wird auf eine kWh-basierte Abrechnung umgestellt, wobei auch jede weitere kWh nur 0,30€ kostet. Wer also bisher häufiger bei Innogy geladen hat und einen günstigen Tarif mit planbaren Kosten haben möchte, für den könnte die EWR: AutostromFlat vielleicht das richtige Produkt sein. 

Top 3 Tarife

Welcher Tarif ist denn nun am Besten geeignet für dich? Lieber ein kWh-Tarif, ein Minutentarif oder doch eine der neuen Flatrates? Und was sollten Teslafahrer beim öffentlichen Laden beachten? Hier unsere Top 3 Auflistung:

3.: Auf Platz 3 landet im August 2021 der EnBW-Tarif. Die EnBW betreibt in Deutschland eigene Ladestationen, bietet jedoch mit deren App oder Ladekarte auch einen Zugang zu sehr vielen anderen wichtigen Betreibern in Deutschland. Hervorzuheben ist die sehr benutzerfreundliche App, in der die Abrechnungen sofort nach dem Ladevorgang eingesehen werden können. Außerdem kann der Nutzer direkt von der App benachrichtigt werden, wenn eine Ladung abgeschlossen wurde oder es zu einem Ladeabbruch kommt. Mit dem einheitlichen, wenn auch seit Anfang Juli nicht mehr ganz so günstigen kWh-Tarif arbeitet die EnBW sehr kundenorientiert. Seit Anfang November 2020 gibt es bei der EnBW Blockiergebühren ab einer Ladezeit von mehr als 4 Stunden. Eine solche Kombination aus einem kWh-Tarif und einer Blockiergebühr finden wir für die Zukunft grundsätzlich sehr sinnvoll. Als sehr positiv empfinden wir ebenfalls, dass mit dem Tarif derzeit rund 200.000 Ladepunkte in ganz Europa aktivierbar sind. 

2.: Auf dem zweiten Platz landet im August 2021 der EWE Go-Tarif. Mit einer guten Preisgestaltung und Zugang zu einer Vielzahl an Ladestationen ist der EWE Go-Tarif im Alltag sehr gut und vielfältig einsetzbar. Den größten Vorteil bietet der Tarif jedoch für Nachtlader durch den Wegfall der Blockiergebühr. Da in der Nacht das Blockieren von Ladestationen bei Weitem kein so großes Problem wie tagsüber darstellt finden wir, dass eine solche Gebühr wenn dann auch nur tagsüber verrechnet werden sollte. Der Nutzer profitiert davon, dass er nicht mitten in der Nacht das Auto abstecken muss um der Blockiergebühr zu entgehen. Aus diesem Grund sehen wir den EWE Go-Tarif auch im August 2021 in der Top 3, diesmal auf Platz 2 eingereiht.

1.: Auf Platz 1 schafft es im August 2021 ganz klar die Flatrate von elvah. Wer das zur Verfügung stehende Ladekontingent ausschöpft kann je nach Tarifmodell um nur 0,18-0,20€/kWh sein Elektroauto laden, wobei egal ist, ob es sich um Schnelllader handelt oder um Wechselstromladepunkte. Mit solch niedrigen Preisen kann derzeit kein anderer Tarif mithalten und dabei auch noch ein solch umfangreiches Angebot an verfügbaren Ladepunkten liefern. Was generell jedoch immer gilt ist, dass Flatrates primär dann Sinn machen, wenn man wirklich viel fährt und auf die öffentliche Ladeinfrastruktur angewiesen ist. Wir würden euch vor einem Wechsel vom bisherigen kWh- oder Minutentarif empfehlen, euch die letzten Monatsabrechnungen anzusehen. Hier könnt ihr auf einen Blick sehen, wie viel ihr tatsächlich geladen habt und welche Kosten dabei entstanden sind. Dann kann rasch eine Entscheidung gefällt werden, ob die elvah-Flatrate auch für euch Sinn macht. 

Teslafahrer haben grundsätzlich das zusätzliche Privileg, die Supercharger nutzen zu können, welche je nach Ausführung bis zu 250kW an Ladeleistung abgeben können. Derzeit werden dort 0,40€/kWh verrechnet, prinzipiell ein guter Preis, wenn man mit den 0,79€/kWh bei Ionity vergleicht. Allerdings zahlen Mitgliedsmarken von Ionity teilweise nur etwa 0,30€/kWh und sind damit ein gutes Stück günstiger als der Tesla Supercharger. Wirft man einen Blick in die Nachbarländer wird man feststellen, dass dort die Preise meist deutlich günstiger sind als in Deutschland, in den Niederlanden beispielsweise bei unter 0,30€/kWh. Wie bei vielen Anbietern gibt auch Tesla derzeit richtig Strom beim Ausbau seiner Ladeinfrastruktur, welche natürlich auch Geld kostet. Es ist unserer Meinung also nicht ausgeschlossen, dass die Anbieter, so auch Tesla, die Ladepreise nach Abschluss dieses rasanten Ausbaus wieder etwas reduzieren könnten.

Chargeprice

Für die, die jedenfalls den günstigsten Preis an jeder Ladestationen haben möchten, zahlt es sich durchaus auch aus, eine Vielzahl der angesprochenen Apps und Ladekarten zu besitzen. Mit der App Chargeprice kann bei jeder Ladestation zum Einen eine Auflistung der möglichen Tarife und zum Anderen auch die Gesamtladekosten dargestellt werden.

Auf Chargeprice können Elektroautofahrer zu Beginn definieren, welches Auto sie fahren, welche Ladeleistung die angezeigten Ladestationen zumindest haben sollen oder auch, ob Tarife mit Grundgebühr gar nicht gezeigt werden sollen. Im Anschluss daran kann auf einer Karte eine bestimmte Ladestation gesucht werden. Durch Klicken auf das Symbol öffnet sich ein Fenster, bei dem der Nutzer zunächst einstellen kann, bei welchem Ladestand die Ladung startet und bis zu welchem Prozentwert man laden möchte.

In der dargestellten Grafik soll ein Hyundai Ioniq 28kWh von 20% auf 80% aufgeladen werden. Gewählt wurde eine Ultraschnellladestation von Fastned südöstlich von Berlin, welche über einen CCS-Anschluss für bis zu 175kW Leistungsabgabe verfügt. Der Ioniq kann bis zu 70kW aufnehmen, die durchschnittliche Ladeleistung liegt, wie dargestellt, bei 65kW. In 18 Minuten Ladezeit werden 18kWh nachgeladen. Darunter sind die verschiedenen Tarife gelistet, wobei die Abstufung nach den Gesamtladekosten erfolgt. In diesem Beispiel wäre somit der Plugsurfing Plus Tarif mit 6,29€ Gesamtkosten am Günstigsten. Dieser Tarif weißt zusätzlich eine relativ hohe Grundgebühr von 19,99€ pro Monat auf, wodurch er nur für Viellader interessant ist. Scrollt man die verschiedenen Tarife durch, kann man sehr schnell herausfiltern, welche Apps und Ladekarten man selbst besitzt und welcher Tarif dahingehend am Günstigsten ist. Damit lässt sich zwar, wenn man die Ladekosten in den Fokus stellt, eine Vielzahl an verschiedenen Apps und Ladekarten nicht vermeiden, dennoch kann es sich lohnen, um die Kosten auf einem sehr niedrigen Niveau zu halten.

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