eRennen nach Berlin

DAS E-RENNEN: HYUNDAI SCHLÄGT AUDI, TESLA UND JAGUAR!

Beim E-Rennen waren 2x Hyundai Ioniq, ein Audi e-tron, ein Jaguar I-PACE, ein Hyundai Kona und ein Tesla Model 3 am Start. Der überraschende Sieger: ein Hyundai Ioniq – und das auch noch mit großem Vorsprung. Im Nachhinein betrachtet gar nicht so überraschend.

  Hyundai

Ioniq 2

Tesla

Model 3

Audi

e-tron

Hyundai

Ioniq 1

Hyundai

Kona EV

Jaguar

I-PACE

Strecke 690 km, über Tschechien 1100 km, über Deutschland 711 km, über Tschechien 747 km, über Tschechien 1050 km, über Deutschland 934 km, über Deutschland
Fahrzeit 9.30 Stunden 9.50 Stunden 11.30 Stunden 11.40 Stunden 13.10 Stunden 13 Stunden
Geschwindigkeit Durch-schnitt:

86,25 km/h

Max. 130 km/h

 

Durch-schnitt:

137 km/h

In Deutsch-land über

200 km/h

Durch-schnitt:

74,8 km/h

Durch-schnitt:

84,88 km/h,

meist 120 km/h (Deutsch-land: 180, bzw. auf die gesamte Strecke inkl. Stau, Baustellen 83 km/h)

Durch-schnitt:

89 km/h

Durch-schnitt:

89.31  km/h

Durchschnittlicher Verbrauch je 100 km 13,6 kWh 19,6 kWh 26,2 kWh 14,0 kWh 16,5 kWh 27,3 kWh
Ladezeit und Stopps 1,5 Stunden

5 Stopps

1,5 Stunden

3 Stopps

2 Stunden

2 Stopps

3 Stunden

5 Stopps

2,5 Stunden

3 Stopps

3,5 Stunden

4 Stopps

Fahrtkosten 20 € Laden

17 € Maut

0 € 31 € Laden 17 € Maut 12 € Laden 17 € Maut 35 € Laden 34 € Laden
Beladung 1 Person

+ Gepäck

4 Personen

+ Gepäck

2 Personen

+ Gepäck

3 Personen

+ Gepäck

3 Personen

+ Gepäck

2 Personen

+ Gepäck

 

Team Hyundai Ioniq 1

3 Personen mit Gepäck wählten die Route über Brünn, Prag und Dresden. Die gesamte Fahrzeit belief sich auf 11.40 Stunden. Fünf Ladestopps kosteten das Team gute 3 Stunden. Der beachtliche Durchschnittsverbrauch des Ioniqs lag bei 14,0 kWh je 100 Kilometer. Der Gesamtverbrauch bei den zurückgelegten 747 Kilometern kam dabei auf 104,58 kWh. Die Ladekosten wurden mit nur 12 Euro sehr gering gehalten. Ein großer Vorteil war dabei natürlich, dass Lidl auch in Tschechien kostenlose Schnellladestationen zur Verfügung stellt. In der Regel ist der Ioniq mit 120 km/h gefahren, stellenweise in Deutschland sogar mit bis zu 180 km/h und in Tschechien aufgrund der vielen Baustellen vorwiegend mit 80-100 km/h. Wenn man also auch den Stau bei der Tschechischen Grenze mit einberechnet ergibt sich eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 85 km/h.

Team Hyundai Ioniq 2

Der Sieger! Bescheiden, gekonnt und schnell. Auch der zweite Ioniq wählte die Route über Tschechien und fuhr mit 690km ziemlich geradewegs zum Zielpunkt, der Berliner Siegessäule. Diese Strecke legte er in beachtlichen 9 Stunden und 30 Minuten inklusive 5 Ladestopps (insgesamt 1,5 Stunden) zurück. Der Verbrauch lag noch unter dem sensationellen Verbrauch des ersten Ioniqs bei nur 13,6 kWh pro 100 km und bei 94 kWh auf die gesamten 690 km gerechnet. Im Schnitt lag die Geschwindigkeit mit 86,25 km/h auch unter jener des ersten Ioniqs. Das gleichmäßigere Fahren zwischen 110-130 km/h ist dem Verbrauch sicherlich entgegengekommen. Im Auto saß nur eine Person mit ca. 60 kg Gepäck. Vielleicht haben ihm auch neben der Fahrweise das Alleine-Fahren und kein zusätzlicher Ballast in Form von Gepäck in die Karten gespielt. Wenn auch nur ein wenig. Von Wien nach Berlin hat der Fahrer es schließlich um nur 20 € (+ 17 € tschechische Maut) geschafft.

Der Fahrer des zweiten Ioniqs, war ein routinierterer Fahrer (seit 2017 mit seinem Ioniq mehr als 100.000 km gefahren), der sich auch ladetechnisch gut vorbereitet hatte und schlichtweg wusste, wie weit er seinen Ioniq ausreizen kann. Dazu sei gesagt, dass Fahrer plus Auto bereits schon einmal eine weite Strecke – nämlich nach Norwegen und zurück nach Österreich – mit seinem Ioniq hinter sich haben. Ein eingespieltes Team eben.

Team Jaguar I-Pace

Team Jaguar wählte wegen des größeren Anteils an deutscher Autobahn (ohne Tempolimits) bewusst die etwas weitere Route über St. Valentin, Straubing, Himmelkron, Fläming. Insgesamt wurden auf dieser Strecke 934 km zurückgelegt. Um ans Ziel zu kommen, dauerte es bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 89,31 km/h 13 Stunden, davon gingen 3,5 Stunden fürs Laden drauf. Der I-PACE musste insgesamt 4 Mal zum Laden anhalten. Insgesamt wurden dafür 34 € ausgegeben. Der Verbrauch lag bei durchschnittlich 27,3 kWh/100 km und war damit höher als beim e-tron. Die Beladung von 2 Personen und Gepäck hatte dabei wohl keinen massiven Einfluss.

Team Hyundai Kona

Auch der Hyundai Kona wählte die Route über Deutschland und fuhr im Dreier-Team von Wien über Salzburg und München, nach Leipzig und schließlich nach Berlin. Insgesamt dauerte die Fahrt bei einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 89 km/h 13 Stunden 10 Minuten und hatte die deutlich längere Strecke (1.050 km). Drei Ladestopps und eine kurze, ungeplante Abzweigung kosteten das Team knappe 2,5 Stunden + 1 Stunde. Auch Die Fahrt war mit 35 € am teuersten. Mit einem Verbrauch zwischen 15,5 kWh und 19,8 kWh war der Kona ganz gut dabei. Auch das überwiegende Fahren auf der Überholspur schmälerte nicht die Chancen. Wäre eine der kürzeren Routen gewählt worden, hätte der Kona sicherlich gute Chancen auf den Sieg gehabt.

Team Tesla Model 3

Auch das Team Model 3 wählte die Route über Passau, nach Leipzig und Berlin und legte dabei gute 1100km in etwa 9 Stunden und 50 Minuten zurück. Der Gesamtverbrauch lag hier bei 212 kWh und mit 19,6 kWh auf 100 km gerechnet im Mittelfeld. Das Auto war mit 4 Personen und Gepäck voll beladen. Auf der deutschen Autobahn wurde wo’s nur geht mit 233 km/h durchgezogen. Dabei reichten 3 Ladestopps zu je einer halben Stunde vollkommen aus. Gezahlt wurde dabei – weil noch verfügbares gratis Supercharger-Volumen verfügbar war – kein Cent.

Team Audi e-tron

Team e-tron wählte wie die beiden Ioniqs die Strecke über Tschechien und benötigte dafür 711 Kilometer und 11.30 Stunden Fahrzeit. Es wurde zwei Mal zum Laden für fast zwei Stunden gehalten und dafür 31 € bezahlt, dazu kamen noch 17 Euro für die tschechische Maut. Der Verbrauch mit 26,2 kWh/100km lag leicht unter dem vom I-PACE. Gefahren wurde defensiv mit einer Durchnittsgeschwindigkeit von 74,8 km/h.

Fazit

Mit einem Hyundai Ioniq, dem man wegen der geringeren Reichweite pro Batterieladung (28 kWh-Akku) die Langstrecken nicht unbedingt zutrauen würde, war man letzten Endes schneller als mit einem Jaguar I-PACE oder einem Audi e-tron, die nicht so sehr mit der Reichweite zu kämpfen haben, aber dafür mit dem Verbrauch. Dank seinem höchst sparsamen Verbrauch (durch den niedrigsten cw-Wert und ein optimiertes Verhältnis von Gewicht und Leistung) entpuppte sich der Ioniq als ein mehr als geeignetes Fahrzeug für diese lange Fahrt.

Und die Fahrt mit den verschiedensten Ladestopps und teilweise nicht funktionsfähigen Ladestationen hat gezeigt, dass es höchste Zeit war, dass das IONITY-Ladenetz von den deutschen Automobilkonzernen ins Leben gerufen wurde und nun Europaweit ausgerollt wird (derzeit sind bereits 100 Ladeparks mit zumindest 4 Schnellladestationen mit Leistungen jenseits der 200kW live geschaltet und parallel 50 weitere in Bau; in der Vollausbaustufe wird das IONITY-Netz Ende 2020 400 Ladeparks aufweisen und damit größer als jenes von Tesla sein). Hier hat Tesla durch sein Supercharger-Netz derzeit noch eindeutig die Nase vorne. Nichtsdestotrotz war das Fahren bei allen Teams, trotz der längeren Fahrdauer, dank der regelmäßigen, längeren Pausen aber nicht ermüdend oder anstrengend. Das Feedback war erstaunlich gut und das Reisen war gemütlich und angenehm. Dort einmal ein Kaffee, da einmal ein Eis-Stopp, ein gutes Abendessen und sogar ein wenig Sightseeing in Straubing war drin. Der Erlebnisfaktor sollte hier keineswegs vernachlässigt werden und wurde von mehreren Teams besonders hervorgehoben.

 

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