Aktueller Faktencheck E-Mobilität: Folge 2

Der Klima- und Energiefonds Österreich hat die neuesten Erkenntnisse zum Thema E-Mobilität präsentiert. Wir fassen die Ergebnisse in einer Artikelserie zusammen. Beim heutigen Thema sind diese auch für Deutschland gültig.

Folge 2: Wie weit kann ich mit einem Elektrofahrzeug fahren?

Elektroautos kommen mit einem vollen Akku weniger weit als Verbrennerfahrzeuge mit einem vollen Tank. Ein Fahrzeug mit Benzin- oder Dieselmotor kommt in vielen Fällen doppelt so weit. Nur mit den größten Akkus lassen sich Reichweiten von mindestens 450 km erreichen. Dies ist der aktuelle Stand. Jedoch werden die Reichweiten stetig größer, da die Akkuentwicklung immer weiter voranschreitet.
Um Mobilität in Zukunft klimafreundlich zu gestalten, wird man allerdings nicht mehr fragen „Wie weit komme ich?“, sondern die Frage wird sein „Wie weit muss ich kommen?“
Es wird eine Abwägung stattfinden müssen zwischen Batteriekapazität und Reichweiten-Anforderung.

Zur groben Einordnung hilft folgende Aufstellung:

  • Mit einem 30-kWh-Akku kann man ca. 200 bis 250 km weit fahren.
  • Mit einem 50-kWh-Akku kann man ca. 250 bis 350 km weit fahren.
  • Mit einem 70-kWh-Akku kann man ca. 350 bis 450 km weit fahren.
  • Ab 90 kWh sind Reichweiten von mehr als 450 km erreichbar.

Diese Werte werden unter standardisierten Bedingungen ermittelt und spiegeln die Realität oft nicht wider: Schnellere Fahrweise, viele Steigungen, hohe Beladung lassen zum Beispiel die Reichweite schrumpfen. Dies ist jedoch bei Verbrennern ebenso der Fall. Elektroautos kämpfen zusätzlich mit Reichweitenverringerung bei kaltem Wetter, das den Akku belastet und das Heizen des Fahrzeugs mit Akkuenergie nötig macht. Hier müssen dann Reichweiten in Kauf genommen werden, die bis zu einem Drittel geringer sind als im Sommer.

Bei der Wahl des Akkus ist die Überlegung anzustellen, welche Strecken man damit zurücklegen will. 96 % aller Fahrten an Werktagen und 92 % aller Fahrten an Wochenenden sind kürzer als 50 km. Das sind die Zahlen für Österreich. Für Deutschland nehmen wir ähnliche Werte an. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich werden pro Tag durchschnittlich nur 35 Kilometer gefahren, im ländlichen Raum sind es etwas mehr. So sind also die allermeisten Fahrten auch mit einem kleinen Akku gut zu bewältigen.

Gegen die Wahl eines großen Akkus sprechen im Übrigen einige Argumente:

  • Kleinere Akkus sind preisgünstiger, wodurch der Fahrzeugpreis erheblich gedrückt werden kann.
  • Das Fahrzeug ist leichter, wodurch der Verbrauch sinkt. Es ist demnach weniger Strom nötig, was wiederum zu niedrigeren Kosten führt.
  • Es werden weniger Rohstoffe für die Produktion benötigt, was die negativen Auswirkungen auf die Umwelt vermindert.

Durch den immer weiter voranschreitenden Ausbau der Ladeinfrastruktur können jedoch auch Elektroautos zunehmend für mittlere und längere Strecken eingesetzt werden. Es müssen nur die nötigen Ladestopps intelligent eingeplant werden.

Der Download der detaillierten Informationen zu Österreich findet sich auf der Seite des Klima- und Energiefonds:
https://www.klimafonds.gv.at/press/e-autos-auf-dem-pruefstand-oekobilanz-faellt-klar-positiv-aus/

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