Aktueller Faktencheck E-Mobilität: Folge 4

Der Klima- und Energiefonds Österreich hat die neuesten Erkenntnisse zum Thema E-Mobilität präsentiert. Wir fassen die Ergebnisse in einer Artikelserie zusammen.

Folge 4: Woher kommen die Rohstoffe für die E-Mobilität?

Endliche Rohstoffe werden bei jeder Antriebstechnologie benötigt. Diese werden aktuell noch zum Großteil für den Treibstoff oder für die Herstellung des Fahrzeugs benutzt.
Bei Verbrennerfahrzeugen ist der Großteil des Rohstoffbedarfs Rohöl. Bei der Elektromobilität wird sich dieser Bedarf auf die Herstellung der Fahrzeuge und Akkus verlagern. Rohöl wird so durch die nötigen Metalle, Halbmetalle sowie Seltenerdemetalle, die für die Akkus und die Elektromotoren benötigt werden, sukzessive ersetzt.

Sowohl Verbrenner als auch Elektrofahrzeuge kämpfen mit den Umweltauswirkungen bei Produktion und Betrieb. Ottomotoren produzieren zum Beispiel klimaschädliches CO2 und die Förderung und der Transport des Rohöls kann beispielsweise zu Ölkatastrophen führen. Für Elektroauto-Akkus wird Lithium benötigt, dessen Abbau zum Absinken des Grundwasserspiegels zum Beispiel in der Atacama-Wüste in Chile führt. Daneben gibt es aber auch Herausforderungen im sozialen Bereich. So haben sich schon internationale Kriege daran entzündet, dass es in einem Land mit großen Rohölvorkommen zu internen gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen ist.

Blickt man auf die Elektromobilität, muss man den Kobaltabbau erwähnen, der in der Demokratischen Republik Kongo teilweise in illegalen Minen unter gesundheitsgefährdenden und ausbeuterischen Bedingungen gefördert wird.
Hier wäre es wichtig, die Rohstoffförderung in die richtigen Bahnen zu lenken.

Trotzdem gilt es zwei Tatsachen nicht zu vergessen:

Erstens können viele Rohstoffe im Bereich der E-Mobilität recycelt werden, einmal emittiertes CO2 kann jedoch nur unter größten Anstrengungen wieder eingesammelt werden.
Zweitens hat man schon viel aus den Fehlern bei der Förderung und Nutzung von Rohöl gelernt und kann diese im Bereich der E-Mobilität vermeiden.

Es muss der Versuch unternommen werden, die Nachfrage nach Rohstoffen wie zum Beispiel Lithium gering zu halten. Das könnte zum Beispiel durch mehr Recycling erreicht werden, oder durch die Nutzung der Batterien in anderen Bereichen, zum Beispiel als Energiespeicher in Einfamilienhäusern.
Zurzeit ist es leider immer noch billiger, neu gewonnene Rohstoffe einzusetzen als recycelte zu verwenden. Diesbezüglich gibt es noch wirtschaftspolitischen Nachholbedarf. Hier liegen aber auch große Möglichkeiten, die in Deutschland und Österreich zur Wertschöpfung und der Schaffung von Arbeitsplätzen genutzt werden könnten. Die Europäische Kommission sieht eine höhere generelle Recyclingquote in ihrem letzten Entwurf einer Batterieverordnung vor. Auch höhere Recyclingquoten für ausgesuchte Rohstoffe werden darin erwähnt.

Eine weitere Tendenz ist jetzt schon zu beobachten: Die Hersteller versuchen mehr und mehr auf kritische Rohstoffe zu verzichten und sie durch weniger kritische zu ersetzen.

Des Weiteren hat natürlich der Konsument auch eine Möglichkeit, Einfluss zu nehmen: Er kann durch die Wahl eines kleineren, seinem Bedarf angepassten Fahrzeugs (Akkus) dazu beitragen, Ressourcen und Rohstoffe zu sparen.

Davon abgesehen müssen die sozialen Bedingungen und die Umweltbedingungen, unter denen Rohstoffe abgebaut werden, kontinuierlich verbessert werden.
Größere Anstrengungen sind insbesondere von den Fahrzeugherstellern und den Zulieferern zu erwarten. Es haben sich schon einige Initiativen gebildet, die in die richtige Richtung gehen, zum Beispiel die „Responsible Cobalt Initiative“, die „Initiative for Responsible Mining Assurance“ oder die Initiative „Drive Sustainability“. Die Ziele sind bessere Arbeitsbedingungen im Bergbau in den jeweiligen Ländern und weniger Umweltbelastung beim Abbau der Rohstoffe.
Zu guter Letzt gibt es noch den OECD-Leitfaden „für die Erfüllung der Sorgfaltspflicht zur Förderung verantwortungsvoller Lieferketten für Minerale aus Konflikt- und Hochrisikogebieten“. Dieser soll umgesetzt werden und fand auch schon Eingang in den Vorschlag der Batterieverordnung der Europäischen Union.

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Bildquelle: Klima- und Energiefonds Österreich

Der Download der detaillierten Informationen zu Österreich findet sich auf der Seite des Klima- und Energiefonds:
https://www.klimafonds.gv.at/press/e-autos-auf-dem-pruefstand-oekobilanz-faellt-klar-positiv-aus/

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