Mythencheck Elektroautos – Die nackte Wahrheit!

INSTADRIVE lässt einige gängige Elektroauto-Mythen durch den Fakten-Checker laufen.

1. Ich werde erfrieren, wenn ich im Winter lange im Stau stehe!

Hier können wir Entwarnung geben:

Grundsätzlich: Heutige Elektroautos haben wesentlich größere Akkus als früher und sind oft mit einer Wärmepumpe ausgestattet. Diese benötigt viel weniger Energie als die Heizelemente der gängigen Heizungen in Elektroautos.

Hier nun eine Beispielrechnung: Nehmen wir eine Akkukapazität von 50 kWh und einen Verbrauch der Wärmepumpe von 0,5 kW pro Stunde (den Verbrauch anderer Fahrzeugkomponenten, wie z. B. dem Radio, kann man hier getrost hinzurechen, da er sehr gering ist) an, dann könnte das Fahrzeug 100 Stunden im Stau stehen.

Ist der Akku bei Einfahrt in den Winter-Stau schon halb leer, sind immer noch 50 Stunden ohne erfrorene Gliedmaßen zu schaffen.

Für Scheibenwischer und Beleuchtung kommen eventuell noch 0,1 kW pro Stunde hinzu. Das ist jedoch zu vernachlässigen, da diese Verbraucher nicht dauerhaft benutzt werden.

Zur Erinnerung: Der Motor des Elektroautos verbraucht im Stand keine Energie!

2. Das Laden eines Elektroautos dauert doch ewig!

Vor zehn Jahren mag das noch zugetroffen haben, heutzutage ist die Technologie aber schon deutlich fortgeschrittener.

Ist man auf der Autobahn unterwegs und benutzt einen der Schnelllader, braucht man nur eine Kaffeepause einzulegen, um den Akku auf 80 % zu laden (Hinweis: Über 80 % sinkt die Ladeleistung ab, weswegen das Vollladen auf 100 % überproportional lange dauern würde).

Hier drei Beispiele (inklusive Akkugrößen):

Fiat 500e (42 kWh-Akku): 35 Minuten

Kia e-Niro: (64 kWh-Akku): 42 Minuten

VW ID.4: (77 kWh-Akku): 30 Minuten

Hat man jedoch eine Wallbox in seiner Garage oder am Haus installiert, gestalten sich die Ladezeiten schon erheblich besser. Über Nacht laden bedeutet also, dass man morgens immer mit einem vollen Akku gut in den Tag starten kann.

Fiat 500e: 4 Stunden

Kia e-Niro: 7 Std.

VW ID.4: 8 Std.

Lädt man zu Hause an der Haushaltssteckdose dauert der Ladevorgang tatsächlich sehr lange.

(Was allerdings nur im Notfall zu empfehlen ist: Die Dauerbelastung und die hohe Stromstärke des Haushaltsnetzes können zu Problemen führen)

Fiat 500e 15 Stunden

Kia e-Niro: 28 Std.

VW ID.4: 35 Std.

Hier bitte nicht vergessen: Ein Elektroauto kann man auch nach Gelegenheit bei einem Besuch bei Freunden, auf dem Supermarktparkplatz, bei der Arbeitsstelle oder einfach überall dort, wo es ohnehin steht, aufladen.

Übrigens muss es natürlich nicht komplett geladen werden. Für eine lange Akkulebensdauer empfiehlt es sich sogar, den Ladestand zwischen 20 und 80 % Prozent zu halten.

3. Ladestationen für Elektroautos muss man suchen, wie die Nadel im Heuhaufen!

Das öffentliche Ladenetz wird kontinuierlich ausgebaut, und das in einem immer schnelleren Tempo.

Aktuell gibt es in Deutschland knapp 50000 öffentliche Ladepunkte. Vor zwei Jahren waren es erst circa die Hälfte.

Die Entwicklung geht rasant voran!

Es gibt sehr gute Apps, mit denen man schnell und einfach öffentliche Ladestationen finden kann:

Hier drei Tipps:

Ladenetzkarte bei INSTADRIVE: https://insta-drive.com/ladenetz/

Mobile App für Android: EVMap

Mobile App für iOS: chargEV

4. Die Reichweite von Elektroautos ist ein schlechter Witz!

Aktuelle Elektroautos haben inzwischen akzeptable Reichweiten:

Fiat 500e: 320 km (WLTP) – 20 % = 256 km reale Reichweite

Kia e-Niro: 455 km (WLTP) – 20 % = 364 km reale Reichweite

VW ID.4: 520 km (WLTP) – 20 % = 416 km reale Reichweite

WLTP (Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicle Test Procedure) ist ein seit 2017 standardisiertes Testprogramm, um die Reichweite zu ermitteln. Da es aber nicht besonders alltagstauglich ist, und nur einen theoretischen Anhaltspunkt darstellt, nehmen wir hier eine um 20 % geringere tatsächliche Reichweite an.

Bitte nicht vergessen, dass die Reichweitenangaben bei Verbrennern auch nur theoretische Angaben sind und in der Realität nicht immer erreicht werden.

Und zu guter Letzt: Über 90 % der Autofahrer fahren täglich nicht mehr als 50 km!

5. Die gute Umweltbilanz von Elektroautos ist doch Augenwischerei!

Für den Bau eines Elektroautos wird tatsächlich mehr Energie verbraucht als für einen Verbrenner. Jedoch gleicht sich das schon nach ungefähr 40000-50000 gefahrenen Kilometern aus. Sieht man sich die gesamte Nutzungszeit an, verursachen Elektroautos bis zu 82 Prozent weniger CO2 als Verbrennermodelle.

6. Ein Elektroauto kaufen? So dick ist meine Brieftasche nicht!

Oberflächlich betrachtet sind Elektroautos in der Anschaffung teurer als Verbrenner, jedoch muss man bedenken:

Man darf steuerliche Vergünstigungen, staatliche Förderungen, günstigere Versicherungsprämien und niedrigere laufende Kosten nicht vergessen (Elektroautos haben erheblich niedrigere Service- und Betriebskosten und Strom ist billiger als Diesel oder Benzin)

Das gleicht die höheren Anschaffungskosten innerhalb weniger Jahre wieder aus.

Abschließend: Elektroautos werden immer billiger und werden bald das Niveau von Verbrennern erreicht haben.

7. Im Elektroauto kriege ich doch ganz leicht einen Schlag!

Hier haben viele das bekannte Krimi-Motiv „Haarföhn in der Badewanne“ im Kopf.

Die daraus resultierende Angst ist jedoch unbegründet, da das Laden des Akkus völlig sicher ist:

Der Strom fließt erst, wenn der Kontakt zwischen Stecker und Auto hergestellt ist.

Übrigens: Um ein anderes eventuelles Sicherheitsproblem zu beheben, wurde schon eine Lösung gefunden: Das Fahrgeräusch wird simuliert (bis 20 km/h), damit Fußgänger ein herannahendes Fahrzeug frühzeitig wahrnehmen können.

8. Es gibt doch viel zu wenig Elektroautomodelle und die sind auch noch hässlich!

Mittlerweile kann man unter ca. 170 unterschiedlichen Elektrofahrzeugen wählen (unterschiedliche Karosserieformen und Akkugrößen sind hierbei eingerechnet). Die Auswahl wird jedes Jahr größer.

Über Geschmack lässt sich bekannterweise streiten und inzwischen bieten einige Hersteller Ihre Verbrenner auch als Elektroversion an!

9. So viel Strom, wie wir für E-Autos brauchen, gibt es gar nicht!

Der heute verfügbare Strom in Deutschland würde ausreichen, um ca. 10 Millionen Elektroautos zu versorgen.

Zurzeit sind es jedoch nur ca. 500000.

Auch wenn auf einen Schlag alle Fahrzeuge elektrisch betrieben würden, wäre der Mehrbedarf nur um 15 % höher. Wenn hier, wie geplant, intelligente Steuerungssysteme zur Anwendung kommen (z. B. bevorzugtes Laden bei Nacht), dürfte dieser Mehrverbrauch also kein Problem darstellen.

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