Electrify Europe 2018 - INSTADRIVE

Das war der Kongress Electrify Europe 2018 in Wien

Wie wird sich der Energiesektor weiterentwickeln? Welche Innovationen gibt es, und was sind die Herausforderungen für die kommenden Jahre? Zum ersten Mal fand der internationale Kongress Electrify Europe heuer in Wien statt, um auf diese Fragen Antworten zu finden. Andreas Mutter und Philipp Halla teilten ihr Expertenwissen im Bereich der Elektromobilität, die diesmal zum erstem Mal mit am Programm des Kongresses stand.

Der Senior Electricity Analyst der International Energy Agency (iea) Alejandro Hernandez veranschaulichte den Unterschied zweier möglicher Szenarien, Business-As-Usual und Nachhaltige Entwicklung, und zeigte damit die enorme Differenz, die Energieeffizienz und erneuerbare Energien in der weiteren Entwicklung potenziell spielen werden. Aufgrund fallender Preise für Wind- und Solarstrom ist ein steigender Anteil des Stromsektors an der weltweiten Energiebranche vorherzusehen.

Energieeffizienz durch Digitalisierung

Interessant ist das Konzept der britischen VCHARGE, überschüssige Energie zu speichern und je nach Bedarf zu verteilen. (Mehr Informationen dazu gibt es hier.)

Im Transportsektor kann durch digitale Innovationen eine Effizienzsteigerung um 25 bis 40 Prozent erreicht werden, der wiederum mit einem entsprechenden Energiebedarf einhergeht. In diesem Zusammenhang könnte laut Hernandez das Wiederaufleben von CCS-Technik, Carbon Captor und die Storage-Methode eine Rolle spielen.

Das Potenzial dezentraler Systeme für eine rasche, großflächige Transmission der elektrischen Energiebeschaffung sowie ihre Verwendung und Speicherung demonstrierte Jo-Jo Hubbard, Mitgründerin und Chief Operating Officer von ELECTRON. Sie erklärte, wie in Sachen Energieeffizienz u.a. durch den Einsatz von Blockchain-Technologien enormes Potenzial gewonnen werden kann. Zukünftige Systeme werden von Dezentralisierung und Zusammenarbeit leben und Energie attraktiver und günstiger machen.

INSTADRIVE - Andreas Mutter bei Electrify Europe 2018

© Christian Husar

Fazit

Trotz all dieser Neuerungen, des innovativen Geistes vieler Unternehmen oder etwa der sinkenden Tendenz bei der Nachfrage nach Öl darf man die Zukunft jedoch nicht romantisieren. Viel zu stark wird nach wie vor am bisherigen System festgehalten. Den großen Akteuren in der Erdölindustrie fehlt nach wie vor das Engagement für nachhaltige Entwicklung, wie auf dem Kongress wieder einmal deutlich wurde. Erst dann, wenn man es tatsächlich wagt, sich endgültig vom Erdöl abzuwenden, wird es möglich werden, die Zukunft tatsächlich auf eine nachhaltige Bahn zu lenken.